Effizienter machen, 26.01.2017

Die Kilowattstundendiät

Ihr habt genug von unnötigen Stromfressern? Dann setzt eure Stromrechnung auf Diät. Mit unseren 10 cleveren Tipps verabschiedet ihr euch von den verstecken Stromfressern in eurem Haushalt und spart wertvolle Kilowattstunden.

Schnell und einfach Strom sparen mit unserer Kilowattstundendiät – so geht’s:

1. Energiemanagementsystem nutzen

Energie sparen beim PC.Besitzt euer Computer ein Energiemanagementsystem? Gleich unter Systemsteuerung nachschauen und nach Begriffen wie „Energieoptionen“ und „Energie sparen“ suchen. Das Energiemanagementsystem sorgt dafür, dass nur diejenigen Teile mit Strom versorgt werden, die akut für den Betrieb gebraucht werden. Das kann euch bis zu 80 % Stromersparnis gegenüber dem Normalbetrieb einbringen. Und wenn ihr schon in der Systemsteuerung unterwegs seid, solltet ihr auch noch den animierten Bildschirmschoner abstellen. Prozessor und Grafikkarte können durch die Animation maximal ausgelastet werden – obwohl ihr gerade gar nicht am PC arbeitet. Also lieber den automatischen Übergang in den Standby-Modus einstellen.

 

2. Standby-Verluste vermeiden

Der Standby-Modus kann allerdings nur eine Zwischenlösung für kurze Arbeitspausen sein. Generell solltet ihr darauf achten, sogenannte Standby-Verluste zu vermeiden. Unterschieden wird zwischen dem tatsächlichen „Standby-Betrieb“, bei dem das Gerät nicht seinem primären Verwendungszeck dient, und dem „Schein-Aus-Betrieb“. Dabei ist das Gerät mutmaßlich ausgeschalten, benötigt aber trotzdem noch Strom. Dies trifft auf den Fernseher genauso zu wie auf den Kaffeevollautomaten, denn beide stehen auf Knopfdruck sofort wieder bereit. Das kostet in der Summe wertvolle Kilowattstunden: Zum Beispiel bei einem älteren TV-Gerät können so pro Jahr 44 kWh zusammenkommen. Also Vorsicht bei Geräten mit leuchtenden Lämpchen, laufenden Anzeigen und Fernbedienungen – diese besser komplett ausstecken.

 

3. Clevere Stromsparhelfer verwenden

Intelligente Steckdosenleiste nutzen.Ihr wollt nun zukünftig eure ungenutzten Geräte ausstecken? Dann haben wir ein paar clevere Helfer für euch: Mithilfe einer Mehrfachsteckdosenleiste mit Kippschalter lassen sich mit nur einem Knopfdruck gleich mehrere Geräte vom Strom nehmen. Ein klassisches Beispiel: Laptop, Drucker und externer Monitor. Bei dieser Lösung müsst ihr natürlich selbst daran denken, die Stromzufuhr zu kappen. Eine Alternative sind intelligente Steckdosen wie die Ansmann Energiespar-Steckdose AES3. Sie erkennt wenn ein Gerät in den Standby-Modus geht und stellt die Energiezufuhr automatisch ab. Über einen separaten Schalter wird die Steckdose wieder angeschaltet – praktisch auch für Stecker an schwer zugänglichen Stellen. Bei mehreren zusammengehörigen Geräten kann auch eine Master-Slave-Steckdosenleiste zum Einsatz kommen. Wird das Hauptgerät („Master“) ausgeschalten, werden automatisch auch die anderen Geräte („Slaves“) vom Strom genommen. Schaltet ihr zum Beispiel den PC ab, über nimmt die clevere Steckdosenleiste das dann für Drucker, Monitor und Lautsprecher.

 

4. Netzstecker ziehen

Ähnliches gilt für Ladegeräte von Handys, Laptops, Fotoapparaten & Co., die immer an der Steckdose hängen. Die Geräte stecken zu lassen, auch wenn sie gerade nicht zum Laden genutzt werden, erscheint so praktisch. Trotzdem verbrauchen sie permanent unnötig Strom. Das könnt ihr beispielsweise an deren Wärmeentwicklung erkennen, denn die Netzteile werden mit der Zeit merklich warm. Daher gilt auch hier: ungenutzte Geräte ausstecken. Mehr über das Laden von Handys verraten wir euch übrigens im Blogbeitrag „Wie lade ich mein Smartphone richtig?“

 

5. Richtig timen

WLAN-Router timen.Manchmal ist auch das richtige Timing die Lösung, denn einige Geräte werden nur zu bestimmten Zeiten genutzt. Dazu gehört der Boiler, welcher vor allem morgens und abends in Gebrauch ist. Ihn rund um die Uhr aufheizen zu lassen, ist folglich unnötig. Oder muss pausenlos das WLAN zur Verfügung stehen – auch nachts während ihr schlaft? Eine kleine Auszeit würde euch und eurer Stromrechnung sicherlich gut tun. Da man den Router meist nicht komplett ausstecken sollte, lassen sich bestimmte Funktionen über die Einstellungen deaktivieren. So kann bei vielen Geräten das WLAN nicht nur manuell, sondern auch zeitgesteuert ausgeschaltet werden – desto länger, desto mehr Kilowattstunden spart ihr. So könnt ihr die Stromkosten des Routers um etwa ein Drittel senken. Aber keine Sorge über die Funktion „das Funknetz wird erst abgeschaltet, wenn kein WLAN-Netzwerkgerät mehr aktiv ist“ könnt ihr sicherstellen, dass ihr nicht plötzlich ohne Internet vor dem PC sitzt.

 

6. Voreinstellungen hinterfragen

Es lohnt sich außerdem die Voreinstellungen von Elektrogeräten zu überprüfen. Kühlschränke sind beispielsweise oft zu kalt eingestellt und damit wahre Stromfresser. 5-7°C sind im Kühlschrank ausreichend, in der Gefriertruhe etwa -18°C. Denn jedes Grad mehr, senkt den Energieverbrauch um sechs Prozent. Ihr könnt weitere Kilowattstunden einsparen, indem ihr keine warmen Speisen in den Kühlschrank stellt und dessen Position klug wählt. Desto kühler nämlich die Umgebung, desto geringer ist auch der Stromverbrauch des Geräts. Tabu ist damit der Platz neben dem Herd oder der Geschirrspülmaschine.

 

7. Licht aus

Licht ausschalten.Gerade in der dunklen Jahreszeit tendieren wir zur großen Festtagsbeleuchtung in den eigenen vier Wänden. Müssen die Lampen aber wirklich alle brennen? Unnötige Lichtquellen auszuschalten klingt so einfach und ist wahrlich kein Stromspargeheimnis. Und trotzdem halten sich nur wenige konsequent an diesen Tipp. Unter Umständen ist ein Bewegungsmelder eine sinnvolle Lösung – im Außenbereich und ebenso in der Wohnung. Außerdem finden sich noch immer herkömmliche Glühbirnen mit geringem Wirkungsgrad in den Haushalten. Seid auch hier konsequent und ersetzt alle durch Energiesparlampen oder LED-Leuchten. Die alte Birne ist aber noch gut? Dann darf sie maximal in den Keller oder die Abstellkammer, wo sie nur sporadisch genutzt wird.

 

8. Stromfresser aufspüren

Ihr wollt es ganz genau wissen und die größten Stromfresser in eurem Haushalt aufspüren? Dann nehmt mit den EnBW Strommessern eure Geräte selbst unter die Lupe. Als EnBW Kunden könnt ihr euch kostenlos eines unserer Strommessgeräte für zwei Wochen ausleihen. Damit lassen sich dann alle Haushaltsgeräte testen, die über einen Stecker mit dem Stromnetz verbunden sind. Auf diese Weise erfahrt ihr, wo ganz konkret im Haushalt das meiste Einsparungspotenzial steckt. So purzeln die Kilowattstunden.

 

9. Heizung überprüfen

Heizungspumpe überprüfen.Wusstet ihr, dass die Heizung einer der größten Stromfresser im Haushalt ist? Und das unabhängig davon, ob ihr mit Gas, Öl oder Pellets heizt. Schuld ist die Pumpe, welche bei kaltem Winterwetter tausende Liter durch die Heizungsrohre pumpen muss. Alte und falsch eingestellte Heizungspumpen verbrauchen dabei jährlich 400 kWh oder mehr, neue benötigen im Vergleich nur 50 bis 100 kWh. Eine Überprüfung der Heizung kann sich daher lohnen. Warum das so ist? Moderne Heizungspumpen laufen nicht ununterbrochen, sondern passen je nach Bedarf ihre Leistung an.

 

10. Strom sparen mit neuen Geräten

Für eine erfolgreiche Kilowattstundendiät solltet ihr auch beim Kauf neuer Elektrogeräte auf die Energieverbrauchskennzeichnung zu achten. Da es aber mittlerweile fast nur noch A- und B-Klassifizierungen gibt, vergleicht die angegebenen Energieverbrauchswerte am besten direkt. Denn zwischen Geräten mit der gleichen Verbrauchsklasse kann es große Unterschiede geben. Aber Vorsicht: Trotz eines neuen Geräts spart ihr nicht automatisch viele Kilowattstunden. Ist der neue Fernseher beispielsweise größer als der alte, verbraucht er unter Umständen genauso viel Energie, weil mehr Diagonale auch mehr Strom bedeutet. Und es bringt auch nichts, den alten Kühlschrank als Ersatz im Keller einfach weiter zu nutzen. Stromfresser bleibt Stromfresser.

 

Aber wie viel Energie steckt denn eigentlich hinter einer Kilowattstunde? Das verraten wir euch in unserem Blogbeitrag „Was man mit 1 kWh so alles machen kann?“